|
Es bleiben nur noch vier Monate bis zum 6. Juni 2026, dem Datum, an dem die EU-REACH-Verordnung (EU) 2024/1328 bestimmte Stoffe vollständig einschränkt. Eine Compliance-Welle, die zyklische flüchtige Methylsiloxane (cVMS) betrifft, erfasst derzeit chinesische Exportunternehmen.
Die neue Regelung besagt klar: Ab diesem Datum dürfen keine Stoffe, Gemische oder Gegenstände auf den EU-Markt gebracht werden, die D4 (Octamethylcyclotetrasiloxan) oder D5 (Decamethylcyclopentasiloxan) in einer Konzentration ≥ 0,1% (w/w) enthalten – unabhängig von der Verwendung in Kosmetika.
Viele Unternehmen gehen fälschlicherweise davon aus: „Wir verwenden D4 nicht als Rohstoff, also sind wir sicher“, übersehen jedoch das kritische Risiko: Industrie-Silikonöle können D4/D5 als Nebenprodukte enthalten, wenn der Entgasungsprozess nicht vollständig durchgeführt wird.
Jüngste Rücksendefälle zeigen:
-
Eine Charge Silikonöl, das in elektronischen Vergussmassen verwendet wurde, wurde vom niederländischen Zoll zurückgehalten, da der D4-Gehalt 0,12 % erreichte (REACH Anhang XVII, Eintrag 70);
-
Ein industrielles Trennmittel, das nach Europa exportiert wurde, wurde vom Kunden wegen fehlender SVHC-Erklärung abgelehnt.
Wie lässt sich das Compliance-Risiko schnell einschätzen? Experten empfehlen drei Schritte:
-
Produkttyp prüfen
Lineares Polydimethylsiloxan (PDMS) ist konform, aber Rohprodukte enthalten oft zyklische Verunreinigungen.
-
GC-MS-Testberichte anfordern
Fordern Sie vom Lieferanten einen Nachweis von Dritten, dass D4 + D5 < 1000 ppm (0,1 %) insgesamt betragen.
-
Verwendungsszenarien prüfen
Wenn das Produkt in Leave-on-Kosmetika, Textilveredelung oder industriellen Reinigungsmitteln verwendet wird, sind die Vorschriften strenger.
Glücklicherweise gibt es bereits konforme Alternativen:
-
Hochreine lineare Silikonöle, hergestellt durch tiefe Entgasung, können D4/D5 unter 50 ppm halten;
-
Phenyl- oder Vinylmodifikationen steigern die Leistung ohne zyklische Strukturen;
-
Lieferanten wählen, die REACH SVHC geprüft sind und die SCIP-Datenbank melden.
„Wer jetzt testet, kann die Formulierung noch anpassen,“ sagt ein SGS-Compliance-Berater.
„Werden Verstöße erst nach Juni entdeckt, droht nicht nur die Produktentnahme, sondern auch eine Geldstrafe von bis zu 4 % des Umsatzes.“
Für Exportunternehmen kostet ein einzelner GC-MS-Test weniger als 1.000 Yuan, kann aber Verluste von zehntausenden Yuan verhindern.
Mit zunehmender globaler Umweltregulierung werden „unsichtbare Moleküle“ zu sichtbaren Handelsbarrieren.
Im Jahr 2026 ist Compliance keine Option mehr – sie ist eine Überlebensgrundlage.
|