Gemeinsamkeiten zwischen IOTA 9108 und IOTA 9120
Produkttyp und Verwendung: Beide sind flüssige Vorläuferpolymere, die sowohl als duroplastische Harze als auch als keramische Vorläufermaterialien dienen. Sie können unter milden Bedingungen pyrolysiert werden, um hochtemperaturbeständige Keramiken zu erzeugen. Sie werden häufig in keramischen und metallischen Verbundwerkstoffen, hochtemperaturbeständigen Klebstoffen, Beschichtungen und duroplastischen Harzen verwendet.
Produkteigenschaften: Niedrige Viskosität, schnelle Aushärtung, vielfältige Aushärtungsmethoden (thermisch, UV-gehärtet usw.), hohe Keramikausbeute, gute Haftung auf Metall, Keramik und Graphit sowie einfache Verarbeitung zu Keramik.
Lösungsmittel und Anwendungshinweise: Empfindlich gegenüber Wasser und Alkoholen, leicht zersetzbar bei Kontakt mit Säuren, Basen oder protonischen Substanzen. Anwendung in gut belüfteten, trockenen Bereichen mit entsprechenden Schutzmaßnahmen, fern von offenen Flammen, feuchter Luft und Wasser.
Lagerung und Reinigung: Ungeöffnet sechs Monate haltbar, nach dem Öffnen bei niedriger Temperatur und trockenen Bedingungen mehr als zwei Monate verwendbar. Nach der Anwendung müssen Werkzeuge schnell mit Aceton oder Testbenzin gereinigt werden, da gehärtetes Material nicht mehr mit Lösungsmitteln entfernt werden kann.
Unterschiede zwischen IOTA 9108 und IOTA 9120
Produktzusammensetzung: IOTA 9108 besteht aus wiederholten Si-N-Einheiten, während IOTA 9120 zusätzlich wiederholte Si-N-B-Einheiten enthält.
Technische Parameter
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Erscheinungsbild: IOTA 9108 ist farblos bis hellgelb, IOTA 9120 erscheint hellgelb.
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Feststoffgehalt und Molekulargewicht: IOTA 9108 hat einen Feststoffgehalt von über 99 % und ein Molekulargewicht von 700 bis 900; IOTA 9120 hat einen Feststoffgehalt von 99,9 % und ein Molekulargewicht von 700 bis 900.
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Viskosität: IOTA 9108 hat eine Viskosität von 10 bis 30 cP, während IOTA 9120 eine deutlich höhere Viskosität von 10.000 bis 20.000 cP aufweist.
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Keramikausbeute und Dichte: IOTA 9108 hat eine Keramikausbeute (bei 800 °C) von über 55 % und einen Feststoffanteil (bei 800 °C) von über 75 %, mit einer Keramikdichte von 1,60 bis 2,00 g/cm³. IOTA 9120 hat eine Keramikausbeute (bei 800 °C) von über 50 % und eine Keramikdichte von 1,70 bis 2,00 g/cm³.
Pyrolysebedingungen
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Kristallisationstemperatur: IOTA 9108 bleibt amorph bis 1400 °C und kristallisiert darüber hinaus; IOTA 9120 bleibt amorph bis 1600 °C und kristallisiert erst oberhalb dieser Temperatur.
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Zusammensetzung der Pyrolyseprodukte: Unter gleichen Pyrolysebedingungen unterscheiden sich die entstehenden Produkte. In Stickstoff oder Argon bildet IOTA 9108 hauptsächlich SiC und Si₃N₄, während IOTA 9120 ähnliche Produkte in unterschiedlichen Verhältnissen liefert. In Ammoniak entstehen bei beiden hauptsächlich Si₃N₄. In Luft bildet IOTA 9108 SiOCN, während IOTA 9120 SiBOCN bildet. Zudem beeinflussen Füllstoffe die Pyrolyseprodukte unterschiedlich.
Anwendungsmethoden
Filmbildung bei Raumtemperatur: IOTA 9108 bildet nach drei Tagen bei Raumtemperatur eine Schicht ohne Härte, mit geringer Haftung und schlechter Transparenz.
Aushärtungsmethoden
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Wärmehärtung:
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IOTA 9108 härtet ohne Initiator bei 200–280 °C innerhalb von 2–4 Stunden aus.
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Mit thermischen Vernetzungsmitteln wie DHBP erfolgt die Aushärtung bei 120–180 °C in 20–60 Minuten.
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Mit einem Platin-Katalysator erfolgt die Aushärtung bei 80–100 °C für Schichten von 10–100 µm innerhalb von 40–120 Minuten.
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IOTA 9120 härtet bei 120–180 °C unter Luft- oder Inertgasbedingungen aus oder mit einem Platin-Katalysator bei 80–100 °C in 2–5 Stunden, wobei die genaue Dauer von Temperatur und Katalysatormenge abhängt.
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UV-Härtung:
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IOTA 9108 härtet mit dem Photoinitiator 1173 unter 365 nm und 100 W innerhalb von 20–60 Minuten aus.
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Bei Temperaturen über 300 °C vergilbt die Beschichtung.
Lösungsmittelverwendung:
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IOTA 9108 enthält nach der Synthese kein Lösungsmittel und wird in der Regel ohne Lösungsmittel verwendet. In Ausnahmefällen kann 3M-Fluorether (Typ 7100) verwendet werden.
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IOTA 9120 kann mit trockenen Lösungsmitteln verdünnt werden, wobei jedoch kein spezifisches Lösungsmittel empfohlen wird.
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