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Wenn eine Hochtemperatur-Schutzbeschichtung auf Metall nach der Aushärtung reißt: Ist das Material ungeeignet oder passen Schichtdicke und Aushärtungsbedingungen nicht zusammen?
Risse in einer Hochtemperatur-Schutzbeschichtung auf Metall dürfen nicht vorschnell auf eine unzureichende Temperaturbeständigkeit von Polysilazan oder Silikonharz zurückgeführt werden. Zunächst ist zu klären, ob die Risse bei der Applikation, während der Aushärtung, im Hochtemperatureinsatz oder nach dem Abkühlen entstanden sind. Danach sind Trockenschichtdicke, Lösemittelfreisetzung, Aushärtungsgrad, Substratvorbehandlung, Flexibilität der Formulierung und Unterschiede in der Wärmeausdehnung zu prüfen. Materialsystem, Verarbeitungsprozess und reale Temperaturwechselbedingungen müssen gemeinsam validiert werden.
Warum entstehen Risse in Hochtemperaturbeschichtungen?
Rissbildung weist meist auf ein Ungleichgewicht zwischen inneren Schrumpfspannungen, äußeren thermischen Spannungen und der Belastbarkeit der Grenzfläche hin. Häufige Ursachen sind:
Zu hohe Schichtdicke in einem Arbeitsgang, wodurch Oberfläche und Schichtinneres unterschiedlich schnell verdunsten und aushärten.
Zu schnelles Aufheizen, sodass Lösemittel oder Reaktionsnebenprodukte nicht rechtzeitig entweichen können.
Ein hoher Modul der ausgehärteten Beschichtung, der die Wärmeausdehnung und -kontraktion des Metallsubstrats nicht ausreichend aufnehmen kann.
Öl, Oxidschichten oder Rückstände von Vorbehandlungsmitteln auf dem Substrat, die lokal ungleichmäßige Haftung verursachen.
Unzureichende Verträglichkeit von Füllstoffen, Pigmenten oder weiteren Harzen mit dem Hauptbindemittel.
Eine unzureichende Prüfung der Formulierung unter Temperaturwechseln, sodass Restspannungen oder schwache Grenzflächen erst später sichtbar werden.
Polysilazane können in leistungsfähigen Hochtemperatur-Schutzbeschichtungen eingesetzt werden. Die Materialbezeichnung ersetzt jedoch keine Formulierungs- und Prozessvalidierung.
Zuerst feststellen, in welcher Phase die Risse auftreten
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Phase der Rissbildung
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Vorrangig zu prüfen
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Nassfilm- oder Verlaufphase
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Lösemittelverdunstung, unzureichende Benetzung, Substratverunreinigung, Temperatur und Luftfeuchte bei der Applikation
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Aushärtung bei Raumtemperatur
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Luftfeuchte, Katalysatorsystem, Einzelschichtdicke, Unterschiede zwischen Oberflächentrocknung und innerer Aushärtung
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Aufheizphase beim Einbrennen
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Aufheizrate, Entweichwege für flüchtige Bestandteile, Reaktionsgeschwindigkeit
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Hochtemperatur-Haltephase
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Thermische Stabilität, Schichtaufbau, Substratoxidation
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Nach dem Abkühlen
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Unterschiede in der Wärmeausdehnung von Beschichtung und Metall, innere Spannung, Haftung
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Nach wiederholten Temperaturwechseln
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Ermüdung, Alterung der Grenzfläche, Flexibilität der Formulierung
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Wie sind Polysilazan- und Silikonharzsysteme zu vergleichen?
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Materialrichtung
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Typische Anforderung
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Zu beachtende Grenze
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Polysilazansystem
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Dünne Schichten, dichte Oberflächen, hohe Härte und Hochtemperaturumwandlung
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Aushärtungsreaktion, Schichtdicke und Schrumpfspannung müssen kontrolliert werden
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Perhydropolysilazansystem
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Umwandlung nach der Aushärtung in ein SiO₂-ähnliches anorganisches Netzwerk für dichte, harte Dünnschichten
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Empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, Verarbeitungsumgebung, Substrat und Umwandlungsbedingungen
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Silikonharzsystem
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Hitzebeständige Lacke, Aufnahme von Pigmenten und Füllstoffen sowie größerer Formulierungsspielraum
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Die Temperaturbeständigkeit der fertigen Beschichtung wird durch die Gesamtformulierung und die Einsatzbedingungen bestimmt
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Hybridsystem
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Ausgleich zwischen Härte, Haftung, Flexibilität und Verarbeitbarkeit
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Verträglichkeit, Lagerstabilität und Aushärtungsverlauf müssen geprüft werden
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Die Leistung einer Polysilazanbeschichtung wird vom Aushärtungsprozess, der Schichtdicke und der Anzahl der Beschichtungen beeinflusst. Das Ergebnis lässt sich daher nicht allein aus der Harzbezeichnung ableiten.
Welche Einsatzbedingungen müssen vor der Materialauswahl geklärt werden?
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Kategorie
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Zu klärende Angaben
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Metallsubstrat
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Stahl, Aluminium, Kupfer, Edelstahl oder andere Legierung
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Wärmeausdehnung
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Unterschied der Wärmeausdehnungskoeffizienten zwischen Substrat und Beschichtung sowie Bedarf an Primer oder Übergangsschicht
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Oberflächenzustand
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Polieren, Strahlen, Phosphatieren, Oxidschicht und Reinigungsverfahren
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Schichtaufbau
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Einlagig, mehrlagig, Primer plus Deckschicht oder Verbundschicht
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Schichtdicke
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Nassschichtdicke, Trockenschichtdicke und Dicke je Auftrag
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Aushärtung
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Temperatur, Luftfeuchte, Zeit, Aufheiz- und Abkühlrate
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Temperaturprofil
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Dauertemperatur, Spitzentemperatur und Anzahl der Zyklen
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Umgebungsmedium
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Luft, Wasserdampf, Salzsprühnebel, Öle, Säuren, Laugen oder andere Medien
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Versagensort
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Innerhalb der Beschichtung, zwischen Beschichtung und Primer oder an der Metallgrenzfläche
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Leistungsziel
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Oxidationsschutz, Korrosionsschutz, elektrische Isolation, Härte oder Verschleißbeständigkeit
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Bei unvollständigen Angaben sollte keine konkrete Polysilazan- oder Silikonharztype festgelegt werden.
Wie sollte ein Prüfplan zur Rissanalyse aufgebaut sein?
Metallprüfbleche derselben Charge mit identischer Oberflächenbehandlung verwenden.
Unterschiedliche Einzelschichtdicken und Auftragszahlen festlegen.
Bei unveränderter Formulierung verschiedene Aufheizraten und Haltezeiten vergleichen.
Temperatur und Prozessphase dokumentieren, bei denen Risse erstmals auftreten.
Die Oberflächenmorphologie der Risse untersuchen und bei Bedarf Querschliff-REM oder Schliffpräparation zur Beurteilung des inneren Schichtaufbaus und der Versagensgrenzfläche einsetzen.
Temperaturwechselprüfungen bei der tatsächlichen Maximaltemperatur und den realen Abkühlbedingungen durchführen.
Aussehen, Haftung, Massenänderung und Schutzwirkung vor und nach der Prüfung vergleichen.
Für die Haftungsbewertung können ISO 2409:2020 oder ASTM D3359-23 herangezogen werden. ISO weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Gitterschnittprüfung eine empirische Bewertung des Widerstands gegen Ablösung und keine direkte Messung der Haftfestigkeit ist.
Häufige Missverständnisse
1. Je höher die Temperaturbeständigkeit, desto geringer die Rissgefahr
Temperaturbeständigkeit und Rissbeständigkeit sind nicht identisch. Auch ein thermisch stabiles Material kann wegen zu hoher Schichtdicke, Schrumpfung oder nicht angepasster Wärmeausdehnung reißen.
2. Eine dickere Schicht schützt immer besser
Zu große Schichtdicke kann die Freisetzung flüchtiger Bestandteile behindern und innere Spannungen erhöhen. Die geeignete Dicke muss zusammen mit Material, Auftragszahl und Aushärtung geprüft werden.
3. Eine höhere Aushärtungstemperatur behebt unvollständige Aushärtung
Eine höhere Temperatur kann die Reaktion beschleunigen, aber auch die Oberfläche zu schnell verdichten. Eine vorzeitige Oberflächenverdichtung kann Lösemittel und Reaktionsnebenprodukte einschließen und dadurch innere Defekte sowie spätere Risse verstärken. Aufheizrate, Haltezeit und Schichtdicke sind gemeinsam zu steuern.
4. Kein Ablösen im Gitterschnitt bedeutet zuverlässigen Hochtemperatureinsatz
Das anfängliche Gitterschnittergebnis ersetzt keine Wiederholungsprüfung nach Temperaturwechseln, Medienkontakt oder längerer Hochtemperaturbelastung.
5. Bei Rissen muss das Harz immer ausgetauscht werden
Liegt die Ursache in Substratverunreinigung, zu hoher Einzelschichtdicke oder zu schnellem Aufheizen, löst ein Harzwechsel allein das Problem möglicherweise nicht.
Empfohlene Vorgehensweise
Phase und genaue Position der Rissbildung bestimmen.
Metallsubstrat, Oberflächenbehandlung und mögliche Verunreinigungen prüfen.
Wärmeausdehnung von Substrat und Beschichtung vergleichen und Bedarf an Primer oder Übergangsschicht bewerten.
Tatsächliche Trockenschichtdicke messen und Anzahl der Aufträge prüfen.
Unterschiedliche Aufheizprofile und Aushärtungsbedingungen vergleichen.
Materialsystem anhand der geforderten Dichte, Flexibilität, Temperatur- und Medienbeständigkeit auswählen.
Hochtemperatur- und Temperaturwechselvalidierung auf dem realen Substrat durchführen.
Als „Anbieter von Lösungen für die gesamte Silikon-Wertschöpfungskette“ kann IOTA SILICONE OIL (Anhui) CO., LTD. bei der Vorauswahl von Polysilazanen, Perhydropolysilazanen, Silikonharzen und zugehörigen Additiven unterstützen. Die konkrete Lösung ist weiterhin anhand von Substrat, Schichtdicke, Formulierung, Aushärtungsbedingungen und Einsatzumgebung festzulegen.
FAQ
Bedeutet Rissbildung immer, dass die Polysilazanbeschichtung zu spröde ist?
Nein. Zu hohe Einzelschichtdicke, schnelles Aufheizen, Substratverunreinigung, ungleichmäßige Aushärtung und Unterschiede in der Wärmeausdehnung können ebenfalls Risse verursachen.
Kann eine Polysilazanbeschichtung in einem Arbeitsgang sehr dick aufgetragen werden?
Das lässt sich nicht allein anhand der Materialbezeichnung entscheiden. Die Einzelschichtdicke muss in einer Abstufungsprüfung unter Berücksichtigung von Formulierung, Lösemittelfreisetzung, Aushärtung und Substrat ermittelt werden.
Sollte eine Hochtemperaturbeschichtung Polysilazan oder Silikonharz verwenden?
Für dichte Dünnschichten, hohe Härte und anorganische Umwandlung kann Polysilazan geprüft werden. Bei höherer Pigment- oder Füllstoffbeladung oder dickeren Schichten sind auch Silikonharz oder Hybridsysteme zu bewerten.
Warum ist die Beschichtung beim Einbrennen unauffällig, reißt aber nach dem Abkühlen?
Beschichtung und Metallsubstrat können sich unterschiedlich ausdehnen und zusammenziehen. Beim Abkühlen kann die entstehende Spannung die Belastbarkeit der Beschichtung oder Grenzfläche überschreiten.
Kann eine geringere Schichtdicke Risse verhindern?
Eine geringere Einzelschichtdicke kann einen Teil der inneren Spannung reduzieren, ist aber keine allgemeingültige Lösung. Aushärtungsgrad, Haftung und Schutzwirkung müssen ebenfalls geprüft werden. Nach der Dickenreduzierung ist sicherzustellen, dass Korrosions-, Medien- und Oxidationsschutz weiterhin ausreichen.
Ist nach bestandener Gitterschnittprüfung noch eine Temperaturwechselprüfung erforderlich?
Ja. Der Gitterschnitt bewertet vor allem den Widerstand gegen Ablösung in einem definierten Zustand und ersetzt keine Zuverlässigkeitsprüfung unter realen Heiz-, Kühl- und Medienbedingungen.
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