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  • 2026 Wie werden die Temperaturbeständigkeitsklassen von Silikonölen eingeteilt?

    Die Temperaturbeständigkeit von Silikonölen wird hauptsächlich durch die Struktur der Polymerhauptkette, die Art der Seitenketten, das Molekulargewicht sowie weitere chemische Eigenschaften bestimmt. Basierend auf technischen Daten der Silikonindustrie und werkstoffwissenschaftlichen Untersuchungen lassen sich Silikonöle in mehrere Temperaturbeständigkeitsklassen einteilen:

    1. Standard-Dimethylsilikonöl (Standardklasse)

    Dies ist die am weitesten verbreitete und am häufigsten eingesetzte Silikonölart.

    Temperaturbereich: Die typische Dauergebrauchstemperatur liegt zwischen -50 °C und 200 °C.

    Eigenschaften: Unter normalen Umgebungsbedingungen bleibt das Öl in der Regel bis etwa 150 °C langfristig stabil. In geschlossenen Systemen oder unter Inertgasatmosphäre können deutlich höhere Temperaturen toleriert werden. Die kurzfristige Temperaturgrenze liegt typischerweise bei etwa 220 °C.

    Anwendungsbereiche: Industrielle Schmierung, Trennmittel, Entschäumer, Kosmetik- und Körperpflegeformulierungen sowie zahlreiche allgemeine Industrieanwendungen.


    1. Phenylmodifiziertes Silikonöl (Hochtemperaturklasse)

    Durch die Einführung von Phenylgruppen in die Molekülstruktur werden die thermische Stabilität und die Oxidationsbeständigkeit deutlich verbessert.

    Temperaturbereich: Die typische Langzeit-Einsatztemperatur liegt zwischen 200 °C und 250 °C.

    Eigenschaften: Höherer Flammpunkt, geringere Flüchtigkeit und bessere thermooxidative Stabilität als herkömmliche Dimethylsilikonöle. In geschlossenen Systemen oder unter Inertgasbedingungen kann die maximale Einsatztemperatur in Einzelfällen bis etwa 300 °C erreichen.

    Anwendungsbereiche: Hochtemperatur-Wärmeträgeröle, Isoliermedien für Leistungskondensatoren, LED-Vergussmaterialien sowie industrielle Wärmetauschersysteme unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen.

    1. Spezielle Industrie- und modifizierte Silikonöle (Ultra-Hochtemperaturklasse)

    Diese Produkte werden durch Fluormodifikation, spezielle Molekülstrukturen oder hochwirksame Thermostabilisierungstechnologien entwickelt, um extremen Betriebsbedingungen standzuhalten.

    Temperaturbereich: Maximale Einsatztemperaturen von über 315 °C sind möglich.

    Eigenschaften: Hervorragende Beständigkeit gegen hohe Temperaturen, chemische Korrosion, Oxidation und Strahlungseinflüsse.

    Anwendungsbereiche: Schmierung von Luft- und Raumfahrtkomponenten, Halbleiterfertigung, Diffusionspumpenöle sowie spezielle Hochtemperatur-Dichtungsanwendungen.

    1. Wasserlösliche und funktionelle Silikonöle (Niedrig- bis Mitteltemperaturklasse)

    Diese Silikonöle werden durch die Einführung hydrophiler Gruppen wie Polyether- oder Aminofunktionen modifiziert.

    Temperaturbereich: Typischerweise zwischen -50 °C und 150 °C.

    Eigenschaften: Neben den klassischen Vorteilen von Silikonölen bieten diese Produkte Wasserdispergierbarkeit, antistatische Eigenschaften und gute Filmbildung.

    Anwendungsbereiche: Textilveredelung, Weichmacher für Gewebe, Stabilisatoren für Polyurethanschäume sowie Anwendungen in Haarpflege- und Körperpflegeprodukten.

    1. Wesentliche Einflussfaktoren auf die Temperaturbeständigkeit von Silikonölen

    Die tatsächliche Temperaturbeständigkeit eines Silikonöls hängt nicht ausschließlich von seiner Produktklasse ab, sondern wird zusätzlich von mehreren entscheidenden Faktoren beeinflusst:

    Molekulargewicht

    Silikonöle mit höherem Molekulargewicht weisen in der Regel einen höheren Beginn der thermischen Zersetzung auf. Dadurch eignen sie sich besser für den langfristigen Einsatz in Hochtemperaturanwendungen.

    Betriebsumgebung

    Die Geschwindigkeit thermooxidativer Alterungsprozesse ist in offenen, sauerstoffreichen Systemen deutlich höher als in geschlossenen Anlagen oder unter Inertgasatmosphäre. Daher kann dasselbe Silikonöl je nach Einsatzbedingungen sehr unterschiedliche Standzeiten erreichen.

    Additivtechnologie

    Durch den Einsatz von Thermostabilisatoren, Antioxidantien, Metall-Deaktivatoren und weiteren leistungssteigernden Additiven lässt sich die thermische Alterung wirksam verlangsamen. Dadurch werden sowohl die zulässige Einsatztemperatur als auch die Lebensdauer des Silikonöls deutlich verbessert.

    Fazit

    Silikonöle lassen sich grundsätzlich in Standard-, Hochtemperatur-, Ultra-Hochtemperatur- und funktionelle Spezialklassen einteilen. Die Auswahl des geeigneten Produkts sollte jedoch nicht allein auf der angegebenen Temperaturbeständigkeit basieren. Ebenso wichtig sind Faktoren wie Betriebsbedingungen, Sauerstoffeinfluss, Einsatzdauer und die verwendete Additivtechnologie. Eine sorgfältige Auswahl gewährleistet maximale Betriebssicherheit, hohe Zuverlässigkeit und eine lange Lebensdauer in anspruchsvollen industriellen Anwendungen.




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